Ausstellungsbeitrag im Stadtmuseum Kaiserslautern Zierde ihrer Stadt

Ausstellungsbeitrag im Stadtmuseum Kaiserslautern Zierde ihrer Stadt. Die Synagoge von Kaiserslautern (1886- 1938) bei zusteuern. Es ist mir nicht sehr leicht gefallen,  zu diesem Thema eine Idee zu entwickeln und diese dann auch so umzusetzen. Ein Besuch der Ausstellung lohnt sich in jedem Fall.

Hier der Text des Stadtmuseums Kaiserslautern zur Ausstellung:

Ausstellung im Stadtmuseum Kaiserslautern
(Theodor-Zink-Museum │ Wadgasserhof)
Eröffnung: Freitag, 21. September, 16:00 Uhr
Scheune des Theodor-Zink-Museums
Finissage: Sonntag, 23. Dezember, 18:00 Uhr

Die Synagoge von Kaiserslautern: 1886 wurde sie eingeweiht und in der Pfälzischen Presse enthusiastisch als „Zierde ihrer Stadt“ gefeiert. Schon 1938 wurde sie unter dem NS-Regime angefeindet, als „undeutsch“ geschmäht und schließlich abgebrochen. Im Sommer 1938 zwang die Stadtverwaltung die jüdische Gemeinde zum „Verkauf“ der Synagoge. Am 27. August 1938 wurde der letzte Gottesdienst gefeiert, das Gebäude noch vor den landesweiten Ereignissen der Reichspogromnacht abgerissen. Als Grund wurden städteplanerische Maßnahmen vorgeschoben, das Hauptmotiv war jedoch ideologisch bedingt, wie Zeitungsartikel belegen, die betonten, dass nun „ein Stück Orient verschwindet“. Kaiserslautern sollte Gauhauptstadt werden, und dort hatte eine Synagoge keinen Platz mehr.

Vor der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Synagoge durchaus positiv angenommen. Die Mitglieder der jüdischen Gemeinde, seit der Reichsgründung zumindest offiziell voll gleichberechtigt mit ihren christlichen Mitbürgern, errichteten ihre Synagoge selbstbewusst an einem markanten Punkt im Stadtgefüge. Architekt war der damals allgemein anerkannte und geschätzte Ludwig Levy, der vor allem mit seinen qualitätsvollen Synagogenplanungen, aber auch mit Kirchenbauten (z. B. in Weilerbach) Ansehen erwarb. Für Kaiserslautern plante er ein beeindruckendes Gebäude, das romanische Anklänge mit orientalischen Stilelementen vereinte. Der Bau bereicherte das Stadtbild und symbolisierte die Entwicklung des Status, den die jüdische Gemeinde im Miteinander erworben hatte.

Seit dem Jahr 2003 gibt es am heutigen „Synagogenplatz“ in der Fischerstraße eine offizielle Gedenkstätte
Zwei rund sieben Meter hohe Mauerfragmente des ehemaligen Nordseitenportals der Synagoge, die angesichts historischer Bilddokumente der Sprengung standgehalten hatten, wurden in rotem und gelbem Sandstein, aus dem ortsnahen Steinbruch Picard, rekonstruiert. Auf der Rückseite der Fragmente sind die Namen der 192 Lauterer Holocaust-Opfer eingeritzt.
Die Ausstellung des Stadtmuseums möchte an die verlorene Synagoge und ihren Architekten, aber auch an das vernichtete jüdische Leben in der Stadt erinnern. Dabei geht es auch um die wechselvolle und oft schwierige Geschichte der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit nach dem Krieg und um ein neues Zusammenleben in der Gegenwart.

Ausstellungsbeitrag im Stadtmuseum Kaiserslautern Zierde ihrer Stadt

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