Neue Indigo Stoffe aus Japan

Neue Indigo Stoffe aus Japan sind heute eingetroffen. Alle weit mehr als 100 Jahre alt, Meiji-Periode. Ich gebe den Stoffen eine neue Bestimmung und setze sie als stoffliche Hintergründe  für meine Arbeiten ein.  Sie bilden zusammen………..mit meinen Werken eine einmalige Symbiose. Shibori (絞り), von shiboru (絞る), kommt von „auspressen“ oder „auswringen“ und bezeichnet daher eine Technik der Stofffärbung.  Beim japanischen Shibori wird der Stoff gefaltet (kumoくも  und suji 筋), gewickelt (arashi 嵐, wörtl. Sturm), gepresst (itajime 板締め) oder genäht (nui 縫 い). Mithilfe dieser Techniken lässt sich eine schier unendliche Vielfalt an farblichen Abstufungen herstellen. Das Besondere an Shibori ist zudem, dass die Dreidimensionalität und Textur des Stoffes besonders hervorgehoben wird.

Je tiefer das Blau, je öfter gefärbt, je wertvoller der Stoff. In Japan wird die Technik seit etwa dem 9. Jahrhundert n. Chr. angewandt. Dabei kommt traditionell Indigo, ein tiefblauer Naturfarbstoff, zum Einsatz. Damit lassen sich Schattierungen von schwarz bis zu blässlichem Blau erzielen. Vor allem werden Seiden- oder Hanfstoffe mit der Technik des Shibori eingefärbt, wobei die Färbetechnik dem jeweiligen Stoff und seinen Eigenschaften angepasst wird. In Japan haben sich über Jahrhunderte ganz unterschiedliche Techniken des Shibori entwickelt. Man kann sagen, dass diese über die Jahrhunderte zu einer eigenen Kunstform geworden sind. Die so gefärbten Stücke findet man heute noch häufig. Neue Indigo Stoffe aus Japan

Japaner schmeißen generell wenig weg. Alles wird wieder verwendet. So finden sich noch heute sehr alte Stoffe in einem nahezu neuwertigen Zustand. Die Stoffe besitzen einen sehr hohen Wert.

Noch etwas zum japanischen Schönheitsempfinden. Wabi und Sabi! Das schwer zu übersetzende Wabi-Sabi(侘寂) bezeichnet die Ästhetik des Unperfekten. Es zeichnet sich durch Asymmetrie, Rauheit, Unregelmäßigkeit, Einfachheit und Sparsamkeit aus. Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit beweisen Achtung vor der Eigenheit der Dinge. Im Vergleich mit der abendländischen Tradition nimmt es einen ähnlich hohen Stellenwert ein, wie das westliche Konzept des Schönen.

Wabi lässt sich vielleicht als eine geschmackvolle Einfachheit oder als an Ärmlichkeit grenzende Bescheidenheit übersetzen. Der Ursprung bezog es sich auf ein einsames und abgeschiedenes Leben in der Natur. Sabi bedeutet hingegen kühl, abgemagert, welk. Seit dem 15. Jahrhundert wurden beide Begriffe zunehmend positiv besetzt und kamen so als ästhetische Urteile in Gebrauch. Die soziale Abgeschiedenheit des Eremiten stand für geistigen Reichtum und ein Leben, das sich ein Auge für die Schönheit der einfachen Dinge und der Natur bewahrte. Inhaltlich haben sich beide Begriffe im Laufe der Zeit so stark angenähert, dass kaum noch eine sinnvolle Unterscheidung möglich ist.

Allenfalls  ließe sich unterscheiden zwischen Wabi als dem Unperfekten, wie es die Produktion eines Objekts mit sich bringt und Sabi als jenen Gebrauchsspuren des Alters, welche das Objekt über die Zeit prägen. Beispiele für letzteres sind Patina, die Abgegriffenheit oder auch nicht verdeckte Reparaturstellen. Etymologisch versuchte man daher auch Sabi auf das gleichlautende japanische Wort für Rost zurückzuführen

Der Zenmeister Sen no Rikyū (1522–1591) lehrte eine besondere Form des Teeweges, in der er versuchte, den Gedanken des Wabi-Sabi aufzugreifen. Rikyūs Wabicha (侘び茶) bevorzugt ausdrücklich jene Ästhetik der Untertreibung: In dem engen Teeraum kommt es darauf an, dass die Utensilien alle etwas unzulänglich sind. Es gibt Menschen, die eine Sache schon beim kleinsten Mangel ablehnen – mit solch einer Haltung zeigt man nur, dass man nichts verstanden hat.

Neue Indigo Stoffe aus Japan

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